2014-09-13

Netflix-Start: Das Match um Lizenzen wird härter

Bild: Netflix
In wenigen Tagen gibt es in Österreich mit Netflix einen neuen Videostreaming-Anbieter. Der Markt um kostenpflichtige Serien und Filme ist jung, aber hart umkämpft.

Allein mit der Ankündigung, massiv in Europa zu expandieren, brachte das US-amerikanische Videostreaming-Portal Netflix bereits im Mai Unruhe in den österreichischen Markt. Dem Unternehmen ist es nämlich in den USA gelungen, den Fernsehmarkt gehörig auf den Kopf zu stellen.
1997 gegründet, startete Netflix zunächst als Videothek. Kunden bestellten im Abo Filme im Internet, bekamen sie aber auf DVD oder Blu-ray per Post zugestellt. 2007 stellte das Unternehmen auf den Streaming-Dienst um, Filme kommen nicht mehr per Post, sondern via Internet direkt auf den Fernseher.

In den USA kommt Netflix aktuell bereits auf 35,1 Millionen zahlende Kunden, weltweit kommen noch einmal 12,9 Millionen dazu. Zu den besten Zeiten trage Netflix bis zu 40 Prozent zum USamerikanischen Datenvolumen bei.

 

Milliarde geknackt



Im ersten Quartal 2014 hat das Unternehmen zudem erstmals beim Umsatz die Milliardenmarke geknackt. Netflix erwirtschaftete allein mit Internet-Streaming 1,06 Milliarden US-$(rund 765 Millionen €).Im Gesamtjahr erwirtschaftete das Unternehmen 2013 in 40 Ländern rund 4,4 Milliarden €.
Vor dem Start in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt sich das Management aber zurückhaltend: "Auch wenn wir Dritter oder Fünfter sind, ist das in Ordnung", sagt CEO Reed Hastings, der bald auch deutsche Serien produzieren möchte. Gestartet wird mit einem Abopreis von 7,99 € pro Monat. Die Konkurrenz gibt sich vorerst entspannt. "In Österreich steht der Markt noch am Anfang",sagt Sky-Österreich-Geschäftsführer Kai Mitterlechner im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt.

 

Schwarze Zahlen


Noch vor wenigen Jahren habe kaum jemand hierzulande daran geglaubt, dass mit Bezahl-Fernsehen Geld verdient werden könne, sagt Mitterlechner. Nun stehe man aber an einem "Bruchpunkt":Jetzt werde sich zeigen, ob sich der Markt verändern könne. Sky sei als fünftgrößter Medienkonzern des Landes gut aufgestellt, um sich gegen neue Konkurrenz zu behaupten, sagt Mitterlechner. Die über Jahre defizitäre deutsche Mutter hat heuer im zweiten Quartal vor Steuern und Abschreibungen erstmals schwarze Zahlen geschrieben. 45 Millionen € betrug das Ergebnis. Im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen in Deutschland einen Umsatz von 1,55 Milliarden €,in Österreich betrug der Jahresumsatz zuletzt rund 144 Millionen €.

Der Erfolg liege am breiten Angebot, sagt Mitterlechner. Um profitabel zu sein, brauche es den richtigen Mix für die gesamte Familie-angefangen bei Sport bis hin zu Unterhaltungssendungen live und auf Abruf. Dennoch habe sich das Unternehmen längst auf die Konkurrenz vorbereitet. Bereits im Juli hat die britische BSkyB Sky Italia zur Gänze und die Mehrheitsanteile von Sky Deutschland übernommen. Damit entstand ein europäischer Pay-TV-Riese mit rund 20 Millionen Abonnenten.

 

Erfolgsfaktor Rechte


Die Größe könnte vor allem Vorteile beim Erwerb von Übertragungsrechten bringen. Geht es nach Mitterlechner, ist das der wichtigste Faktor für längerfristigen Erfolg. "Alle Anbieter konkurrieren um die gleiche Ware." Nur wenn es gelinge, langfristig exklusive Inhalte anzubieten, könne die Zahl der Abonnenten gehalten werden. "Die Rechte für den Netflix-Leuchtturm, House of Cards' liegen bei uns",sagt Mitterlechner.

Insgesamt nahm die Popularität von On-Demand-Diensten in Österreich stark zu: Rund 5,5 Millionen Inhalte wurden 2013 allein beim Internetprovider UPC nachgefragt. Das entsprach einem Plus von 45 Prozent. Das Angebot wurde im vergangenen Jahr um 56 Prozent erweitert. Für eine Markteinschätzung war das Unternehmen aber nicht erreichbar.

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