2016-08-28

Software wird für Schiessel EDV zum zweiten Standbein



- IT-Services halten Schiessel EDV am Leben. Für nachhaltiges Wachstum hat das Unternehmen aber in eine neue Sparte investiert: in Verwaltungsprogramme für Schulen.


- In Österreich gibt es rund 10.000 Schulen. Das sei ein riesiger Markt, sagt Peter Niederleithner, Geschäftsführer von Schiessel EDV.


- Schulen können mit der richtigen Technik den Verwaltungsaufwand zu Schulbeginn um bis zu 40 Prozent reduzieren.



Während heimische Schüler noch die letzten Sommertage genießen können, geht es in den Schulen bereits rund. Anmeldungen und vor allem die mühsame Planung der Stundenpläne bringen Schulverwaltungen zu Beginn eines neuen Semesters ganz schön ins Schwitzen.


Das muss aber nicht sein, zumindest, wenn es nach Peter Niederleithner geht. Als Geschäftsführer von Schiessel EDV hat sich der ehemalige Chef der Raiffeisen Informatik Consulting nun auf die Verbreitung des Schulverwaltungsprogramms Edwin gestürzt.

Vor sechs Jahren bereits hat Schiessel EDV einen Anbieter eines solchen Verwaltungsprogramms übernommen, die Software aber komplett überarbeitet und neu gestaltet-und nun unter dem Namen Edwin 2.0 wieder auf den Markt gebracht.

"In Österreich gibt es 10.000 Schulen, wir haben 150 Krankenpflegeschulen und rund 150 Berufsschulen. In Niederösterreich gibt es außerdem 1000 Kindergärten, in Wien sogar etwas mehr", sagt Niederleithner. Mit einem Wort: Es ist ein riesiger Markt, der bisher kaum von einem IT-Unternehmen besetzt wurde. Viele Schulen haben bisher auf das selbst entwickelte Programm eines Lehrers gesetzt. Mit der Betreuung habe es da oft weniger gut ausgesehen.

Verwaltung in der Cloud


Beim Wiener IT-Unternehmen Schiessel selbst sieht es anders aus. "Mit 25 Mitarbeitern und unseren Vertriebspartnern können wir die nötige Betreuung für Schulen sicherstellen", sagt Niederleithner. Außerdem genüge das Produkt der Konkurrenz nicht mehr ganz den heutigen Ansprüchen.

Bei Edwin hingegen läuft die Verwaltung über eine private Cloud-Lösung. Auf die Daten kann daher auch sicher über den Webbrowser und mobile Geräte zugegriffen werden. Eltern können dann zum Beispiel schon vor dem Schulbeginn ihrer Kinder alle nötigen Dokumente hochladen und später auf Einträge im digitalen Klassenbuch zugreifen.

Die Stärke der Software wirkt sich aber erst bei einem Schulwechsel aus: Automatisiert können Protokolle und Noten bis in die berufliche Weiterbildung mitgenommen werden. In der Schule verringere sich allein durch die Dokumentenaufnahme der Eltern der Verwaltungsaufwand zu Schulbeginn um etwa 40 Prozent. Außerdem sparen sich Schulen-da die Software in der Cloud läuft-auch Kosten für die eigene IT-Infrastruktur.
"Wir haben bis heute 20-Mann-Jahre in die Software investiert." Peter Niederleithner
Für das Unternehmen hingegen ist das lukrativ. Noch hat die Software zwar einiges an Kosten gebracht. "Wir haben bis heute 20-Mann-Jahre in die Software investiert",sagt Niederleithner. Das wurde durch die stabilen Ergebnisse der IT-Services finanziert. "Diese Services halten uns am Leben", so der Firmenchef. "Wir wissen aber auch, dass zwei Standbeine für ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen wichtig sind." Aktuell erwirtschaftet das Unternehmen pro Jahr rund sechs Millionen €, aktuell kommen zehn Prozent davon aus der Softwaresparte. Dieser Anteil soll aber bald gehörig steigen.

Break-even in Sicht


Die Investitionsphase ist nun auch abgeschlossen, und Schiessel geht verstärkt in den Vertrieb. Läuft alles nach Plan, sollen im nächsten Jahr die Einnahmen die Investitionskosten wieder hereinspielen. Das Schöne dabei sei: Die erzielten Umsätze sind langfristig angelegt. "Wir verkaufen das Programm in Lizenz, und es wird etwa zehn bis 15 Jahre lang eingesetzt",sagt Niederleithner.

Auch bei der Anzahl der Kunden sei noch einiges an Wachstum möglich. Denn neben den klassischen Bildungseinrichtungen könnten auch Unternehmen ihre Weiterbildungsangebote mit Edwin verwalten. Zwar hat das Unternehmen aktuell den Schwerpunkt auf den Vertrieb in Niederösterreich beziehungsweise Österreich gelegt, eine Expansion ins deutschsprachige Ausland sei aber geplant-und das Programm auch schon in einer englischen Version vorhanden.


Dieser Artikel erschien zuerst im WirtschaftsBlatt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen