Mit Blick auf die verfügbaren Anwendungen ist das Smart Home längst am Markt angekommen. Noch ist aber offen, welcher Übertragungsstandard sich durchsetzt.
Wien. Technisch ist es keine Hexerei mehr: Im Smart Home
lässt sich die Heizung genauso fernsteuern wie Beleuchtung oder
Wasserhähne. Die Geräte sind am Markt und für Konsumenten leistbar.
Dennoch lässt die Verbreitung der Technologien auf sich warten. Das
liege in erster Linie am Wildwuchs der Übertragungsstandards.
ZigBee,
Z-Wave, EnOcean, KNX oder DECT heißen die wichtigsten. "Bisher gab es
nur Einzellösungen. Die Etablierung von Standards dauert leider schon
viel zu lange", sagt Alexander Matheus, Produktmanager für
Heimvernetzung beim deutschen Verband der Elektrotechnik, Elektronik und
Informationstechnik (VDE).Von fehlenden Standards spricht auch Mario Meir-Huber, Analyst beim Marktforscher IDC. Neben Fragen der Privatsphäre verunsichere vor allem der sogenannte Vendor Lock-in künftige Nutzer. Das bedeutet: Produkte von Hersteller A sind nicht kompatibel mit Produkten der Konkurrenz. Bevor klar ist, welche Unternehmen sich im Feld durchsetzen, fällt die Kaufentscheidung deshalb schwer.
Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht, die Situation werde sich vielmehr noch zuspitzen. "Jetzt werden viele Unternehmen einsteigen", sagt Christoph Rösseler, Vizemarketingchef beim Netzwerkhersteller Devolo. Das Unternehmen möchte künftig verstärkt auf das Smart Home setzen. Profitabel sei die Sparte aber aktuell noch nicht, sagt Rösseler: "Aber man muss jetzt dabei sein, um etwa in zwei Jahren zu profitieren." Nun gelte es den Wettkampf der großen drei abzuwarten.
Lukrativer Markt
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| Der Klassiker: der vernetzte Kühlschrank |
Google ist einen Schritt weiter: Dass dem Unternehmen die Heimvernetzung wichtig ist, hat bereits die Übernahme des Thermostatherstellers Nest bewiesen. Damit sei es auch bereits gelungen, in Haushalte vorzudringen. In 120 Ländern seien Nest-Geräte aktiv, sagt Matt Rogers, Nest-Co-Gründer. Und das, obwohl Nest in den meisten Ländern gar nicht aktiv war.
Über einen Einstieg von Amazon-das Unternehmen versucht über einen Videodienst in die Wohnzimmer der Kunden zu gelangen-wird längst spekuliert. Welche Standards sich in diesem Match durchsetzen, ist noch nicht entschieden. Beim VDE setzt man nun aber große Hoffnungen auf ein neues Konzept. Da sich die großen Hersteller gegen eine Harmonisierung sträuben, sei das EGO Gateway vorerst die beste Lösung, sagt Matheus: "Es ist eine Software-Lösung, die Signale zentral verwertet." Dabei können Sensoren aller bisher gängigen Standards bearbeitet werden. Wann aber Apple-oder Google-Produkte damit verwaltet werden könnten, sei noch nicht absehbar.
Der Artikel erschien im Rahmen der e-Business-Beilage des WirtschaftsBlatt


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